Was bedeutet Donald Trump für die Region?
Heute blicken wir wohl alle in die USA. Denn heute tritt Donald Trump seine zweite Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten an. In ungefähr einer halben Stunde wird er hier im Capitol in Washington vereidigt. Und der Wechsel im Weißen Haus – er wird auch für Hessen und Rheinland-Pfalz Folgen haben.
Markus Appelmann, Moderator:
Darüber spreche ich gleich mit David Sirakov, dem Direktor der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz – vorher sind wir bei der Firma AURA in Germersheim, dort blickt man mit Sorge auf den neuen Präsidenten Trump.
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Spezialmaschinen – made in Germersheim. 85 Menschen arbeiten hier. Konstruieren und produzieren Beheizungsanlagen für die Industrie. Zurzeit macht das USA-Geschäft für AURA rund ein Fünftel des gesamten Umsatzes aus. Sollte Trump seine Ankündigungen in die Tat umsetzen und tatsächlich Strafzölle auf Produkte aus dem Ausland erheben, hätte das erhebliche Folgen.
Patric Burkhart, Geschäftsführer Aura
„Ja, ich sage mal, zehn Prozent Zölle, die im Raum stehen, manchmal stehen ja auch 20 Prozent Zölle im Raum, würde natürlich unsere Ware genau um diesen Prozentsatz verteuern. Das heißt, bei zehn Prozent könnten wir sagen, wir versuchen unsere Marge, unsere Gewinnspanne ist so weit zu reduzieren, dass wir trotzdem irgendwie das Produkt noch an den Mann bringen. Aber bei 20 Prozent wäre das nicht möglich.“
Spezialmaschinen, wie die von AURA, sowie Produkte aus der pharmazeutischen und chemischen Industrie in Rheinland-Pfalz – sie sind in den USA besonders nachgefragt.
Die USA sind der zweitgrößte Exportpartner von Rheinland-Pfalz. Die Unternehmen hier exportierten 2023 Waren im Wert von rund 5,8 Milliarden Euro in die USA. Nur nach Frankreich wurde noch mehr exportiert.
In Hessen liegt die USA sogar auf Platz 1 der wichtigsten Exportpartner. Weit vor Frankreich und dem Vereinigten Königreich. Waren im Wert von fast 10 Milliarden Euro wurden 2023 von Hessen aus in die USA verkauft.
Donald Trump im Weißen Haus – das bedeutet für die Unternehmer in Hessen und Rheinland-Pfalz vor allem: Die Rahmenbedingungen können sich schnell ändern.
Johannes Heger, Landesvereinigung Unternehmerverbände RLP
„Insbesondere bei Politikern erleben wir ja immer, dass Gedanken ganz geschliffen rübergebracht werden. Und hier erleben wir jemanden, bei dem es den Eindruck hat, dass er Ideen, die ihm spontan in den Sinn kommen, auch dann sofort formuliert. Und das ist politisch zumindest sehr ungewöhnlich.“
Kurz vor der US-Wahl haben wir Patric Burkhart schon einmal in Germersheim besucht. Damals hatte er noch gehofft, Kamala Harris würde die Wahl gewinnen. Jetzt will der Geschäftsführer nach vorne gucken und auf die neuen Umstände reagieren. Das heißt: AURA wird Teile der Produktion ins Ausland verlagern. Näher an die Länder rücken, an die die Maschinen dann verkauft werden. Also auch näher ran an die USA.
Patric Burkhart, Geschäftsführer Aura
„Die Aufträge müssen hier konstruiert werden, die müssen ausgelegt werden müssen. Es müsse Teile der Produkte auch hier gekauft werden und gefertigt werden. Nur der letzte Schritt, der Zusammenbau der Anlage, den würden wir in ein Land verlagern, wo wir keine Zollnachteile haben. Und ich denke, das ist korrekt so, weil letztendlich geht’s auch darum, auch Arbeitsplätze hier zu halten. Es ist ja nicht die Frage, ist es schön, es so zu machen, sondern wir müssen darauf reagieren.“


