Pilotanlage für CO2-Umwandlung

Es kommt aus unseren Auspuffen, aus den Schornsteinen der Industrie oder unserer Häuser: das Treibhausgas Co2. Ab 2045 sollen in Deutschland keine CO2-Abgase mehr entstehen, um den menschengemachten Klimawandel abzubremsen. Eine Jahrhundertaufgabe, gerade für Unternehmen. Das hessische StartUp CO2-Bio-Clean will gleich zwei solcher Aufgaben in einem Zug anpacken: CO2 einsparen und die Plastikverschmutzung eindämmen.

 

Man nehme CO2-Abgase, die eigentlich in die Atmosphäre entweichen – und stellt daraus biologisch abbaubaren Kunststoff her. Genau das gelingt dem Start-Up CO2BioClean in dieser Pilotanlage, im Industriepark Frankfurt-Höchst.
Fabiana Fantinel hat das Start-Up mitgegründet.
Fabiana Fantinel, Gründerin CO2BioClean: „Wir haben im Prinzip ein Fermentierungsprozess. Wir haben sehr kleine Mikroorganismen, die im Wasser leben – es ist also alles Wasser-basiert – und die wandeln das Gas, das CO2, in Bio-Polymere um.“
Polymere sind Kunststoffe. Diese werden zum Beispiel zur Herstellung von Textilien benutzt. Bisher benutzt die Industrie vor allem Erdöl, um Kunststoffe herzustellen.
Bei der Produktion entstehen CO2-Abgase und das Plastik belastet später die Umwelt.
Das Start-Up nutzt die CO2-Abgase hingegen selbst zur Produktion von Bio-Polymeren – der Biokunststoff ist biologisch abbaubar; er wird nicht zu Mikroplastik.
Für Hessens Wirtschaftsminister ist das Start-Up ein Beispiel wie aus Wissenschaft wirtschaftlicher Wohlstand werden kann – trotz schlechter Konjunkturdaten dürfe man nicht in die Röhre gucken.
Kaweh Mansoori(SPD), Wirtschaftsminister Hessen:“ Ich glaube, wir brauchen eine „Das Glas ist halbvoll“- Mentalität und dafür muss man sich Anlässe schaffen, um zu zeigen, dass Zukunftstechnologien auch Probleme lösen können (…) und heute haben wir hier so ein Beispiel. Das ist vielleicht eine Idee, die sich auf den ersten Blick verrückt anhört, aber mit der Pilotanlage wird man zeigen können dass man biologisch abbaubare Kunststoffe im industriellen Maßstab herstellen kann.“
Denn das ist der Plan von CO2BioClean: Noch sind die in Frankfurt hergestellten Biokunststoffe zu teuer. Doch das werde sich ändern, wenn der Absatz steige.
Fabiana Fantinel, Gründerin CO2BioClean: „Wenn wir einen großen Maßstab wie 10.000, 30.000 oder 50.000 Tonnen erreichen, wird das Produkt billiger sein als andere Polymere. Es ist teurer als herkömmlicher Kunststoff, aber billiger als andere Biopolymere auf dem Markt.“
Bewährt sich das Verfahren, könnte das hessische Start-Up helfen, weltweit CO2 zu binden und Plastikmüll zu vermeiden. Spätestens 2027 will CO2BioClean seine Technologie kommerziell nutzen.