Neuer Elektrozaun wegen Afrikanischer Schweinepest

Um die Afrikanische Schweinepest ist es in den vergangenen Wochen ruhig geworden. In Hessen und Rheinland-Pfalz gibt es keine größeren neuen Ausbrüche mehr. Doch die Arbeit bei der Eindämmung der Tierseuche geht weiter. Aktuell baut Rheinland-Pfalz einen circa 300 Kilometer langen Elektrozaun. Auch entlang der A61 bei Alzey.

Und hier wird der neue Elektrozaun Meter für Meter aufgebaut. Er soll Wildschweine davon abhalten über und unter der Autobahn durchzukommen. Denn seit dem sechsten Juli gibt es die Afrikanische Schweinepest auch in Rheinland-Pfalz. Der Zaun soll die Verbreitung verhindern. Bislang haben sich 52 Wildschweine mit der tödlichen Seuche infiziert. Für Menschen und Haustiere ist sie zwar ungefährlich. Eine weitere Ausbreitung würde jedoch gravierende Probleme verursachen.
Erwin Manz (Bündnis 90/Die Grünen), Staatssekretär Umweltministerium Rheinland-Pfalz: Das eine wäre eine Krankheit an Wildschweinen, wo die Wildschweine jämmerlich zugrunde gehen. Das ist ein Tierschutzaspekt. Das andere ist die Schweinehaltung im Land. Da kann man sich verschiedene Szenarien vorstellen bis zu dem Szenario, dass letztendlich unmöglich wird in Rheinland-Pfalz Schweine aufzuziehen und diese zu vermarkten.
Denn die Afrikanische Schweinepest ist hochansteckend und kann schnell in Mastbetriebe geschleppt werden.
Bislang steht der Zaun schon entlang der A63 und südlich von Oppenheim. Dort ist das Ausbruchsgeschehen am höchsten. In den nächsten Wochen sollen die restlichen 190 Kilometer bis runter nach Ludwigshafen gebaut werden.  Ziel ist es die Ausbreitung nach Westen zu verhindern.
Dazu möchte das Land auch die lebenden Wildscheine aus den Infektionsgebieten entnehmen.
Erwin Manz (Bündnis 90/Die Grünen), Staatssekretär Umweltministerium Rheinland-Pfalz: Da leben immer noch Schweine. Es ist auch anzunehmen, dass sie sich früher oder später infizieren werden und dann jämmerlich sterben werden. Und da wollen wir jetzt sogenannte Saufänger aufstellen, um diese Tiere dann zeitnah zu fangen und Tierschutzgerecht dort zu erlegen.
Doch die Lage scheint sich entspannt zu haben. Seit längerem gibt es hier im Kreis Alzey Worms kaum noch Neuinfektionen. Die Zahl der ASP-Fälle bleibt stabil bei 12. Jedoch ist ein Großteil der Wildschweine verschwunden.
Heiko Sippel (SPD), Landrat Kreis Alzey-Worms: Wir gehen davon aus, weil es eben ein Schilfgebiet ist, dass viele Wildschweine auch im Schilf verendet sind, die über die Drohnen nicht mehr identifiziert werden können. Auch über die Hundestaffel nicht mehr gefunden werden, weil das Altrheingebiet eben in Teilen schwer zugänglich ist. Deswegen gehen wir einfach davon aus. Es werden viele weitere Tiere im Gebiet verendet sein.
Das Land schätzt die bisherigen Kosten auf 1,6 Millionen Euro. Und die könnten weiter steigen. Denn der Elektrozaun soll bald wieder durch einen großen Wildzaun ersetzt werden. Und ein Ende der Afrikanischen Schweinepest ist in Rheinland-Pfalz noch lange nicht in Sicht.