Schulfach Weinbau

Mathe, Sport oder Deutsch. Das Sortiment an Schulfächern ist in Deutschland eigentlich immer gleich. Es geht ja schließlich um Basiskompetenzen. Doch an der Mosel ist das anders. Wie der Fluss ist auch der Wein essenzieller Teil der Region. So können Schüler in Bernkastel-Kues zwischen Fremdsprachen und Gedichtsinterpretationen auch alles über Weinbau lernen. Und das ganz praktisch im eigenen Wingert.

Die neunte Klasse der Freiherr-vom-Stein Schule hat heute ein ganz besondere Aufgabe. Sie lernen Weinreben aufzubinden. Der Lehrer für Weinbau, David Moog, erklärt ihnen, auf was sie achten müssen und welche Hilfsmittel sie benötigen. Wichtige Arbeit, damit die 200 Reben der Realschule Plus in Bernkastel-Kues besser vor Pilzbefall geschützt sind. Seit vier Jahren ist Weinbau ein eigenes Wahl-Pflicht-Fach.
David Moog, Lehrer für Weinbau: Ich denke, dass es langfristig einfach wichtig ist das Interesse für das Produkt und für die Herstellung des Produkts natürlich hochzuhalten und den Schülern Perspektiven zu zeigen was sie auch beruflich dann auch machen können, nach der Schule in dem Bereich. Denn alles an der Mosel hängt irgendwie mit dem Weinbau zusammen.
In Rheinland-Pfalz ist das einzigartig. Obwohl nicht immer jeder Handgriff direkt sitzt, sind die Schüler begeistert mit dabei. Ab der achten Klasse können sie zwischen Weinbau, Handel und Gestaltung wählen.
Maurice Bahr, 9a Freiherr-vom-Stein Schule: Also ich finde die Ausflüge, die wir machen immer sehr spannend. Also wir waren schon bei der Weinlese, jetzt letztens in Geisenheim bei der Abfüllung im DLR.
Lara Junglen, 9b Freiherr-vom-Stein Schule: Am liebsten gefällt mir die Arbeit im Weinberg hier draußen, also wenn wir das praktisch machen können und generell interessiere ich mich einfach dafür, weil ich in der Familie auch Leute habe, die im Weinbau tätig sind.
Eron Alicku, 9a Freiherr-vom-Stein Schule: Ich habe es gewählt, weil ich das Thema ganz interessant fand. Was ich ganz spannend finde ist die Arbeit in den Weinbergen draußen, was Gutes für die Natur zu tun.
Denn die Schule hat pilzwiederstandsfähige Reben gepflanzt und verwendet keine Pestizide. Neben der Arbeit im Weinberg lernen die Schüler auch Theorie. Bekommen Hausaufgaben und schreiben Klassenarbeiten.
David Moog, Lehrer für Weinbau Freiherr-vom-Stein Schule: Ich denke, dass es einfach wichtig ist den Entstehungsprozess auch so ein bisschen mitzubegleiten. Welche Arbeiten fallen im Weinberg an, was steckt alles so mit dahinter. Es ist ein unglaublich vielschichtiges Fach mit vielen Komponenten. Arbeit im Weinberg, Marketing.
So hat eine Klasse das Etikett für den Wein aus dem vergangenen Jahr entworfen. Doch auch Alkoholprävention wird thematisiert. Ein umfassender Einblick in den Weinbau, der zwar noch keine Nachahmer gefunden hat, in der Region aber auf offene Ohren stößt.
David Moog, Lehrer für Weinbau Freiherr-vom-Stein Schule: Die Rückmeldungen sind unglaublich positiv, vor allem von den Betrieben. Die erhoffen sich dadurch natürlich auch eventuell Auszubildende, die in den Bereich gehen. Das ist momentan absolut schwierig da Leute zu finden, die in dem Bereich weiter arbeiten. Und das ist auch so der Hintergrund hinter dem ganzen Fach.
Und das Engagement trägt schon seine Früchte. Einige Schüler können sich vorstellen einmal im Weinbau zu arbeiten. Eine frühere Schülerin hat sich schon dafür entschieden.
Wenn alles gut geht kann die 9. Klasse der Freiherr-vom-Stein Schule Anfang nächsten Jahres ihren eigenen Wein abfüllen. Der geht aber an Unterstützer des Projekts den Trinken dürfen die Schüler den Wein noch nicht.