Der 17:30-Sporttalk mit Thorsten Arnold

Der Ausblick unseres Sportreporters auf das Bundesliga-Wochenende

Maike Dickhaus, Moderatorin: Es ist wieder Freitag und das heißt, wir blicken auf den kommenden Spieltag in der Fußball-Bundesliga. Und dazu ist jetzt bei mir mein Kollege aus der Sportredaktion, Thorsten Arnold. Ja, Thorsten, Eintracht Frankfurt muss auch wieder ran nach dem historischen Erfolg in Lissabon, in der Champions League unter der Woche. Und morgen geht es ja schon wieder gegen den FC Augsburg. Wie schaffen die Spieler das denn eigentlich, seit Wochen alle drei Tage Vollgas zu geben?
Thorsten Anrold, Sportreporter: Ja, das fragt sich Trainer Oliver Glasner auch. Und deswegen hat er der ganzen Kompanie gestern mal freigegeben. Die sollen einfach mal durchpusten, entspannen, ein paar Stunden mit der Familie verbringen und vielleicht wollte er auch einfach nur den Kraftraum im Profikader am Stadion für sich allein haben. Da war er nämlich. Und wen sieht er da? Zwei seiner Spieler. Wir hören mal, was er zu denen gesagt hat.
Oliver Glasner, Trainer Eintracht Frankfurt
„’Hier, Jungs, aber nicht so viel! Weil wir haben erst gespielt und wir spielen gleich wieder. ‘ – ‚Ja Trainer, nur ein bisschen, so 15 oder 20 Minuten.‘ Also die Jungs sind hochprofessionell. Es gibt mir ein sehr gutes Gefühl, dass ich sie in dieser Phase sogar bremsen muss, als dass wir sie in Hintern treten und sagen: ‚Kommt, jetzt lasst euch mal pflegen, lasst euch mal behandeln und macht mal was. ‘ Sondern es ist der umgekehrte Fall. Die Spieler machen den Eindruck, immer noch hungrig zu sein, obwohl sie zuletzt sehr viel essen bekommen haben.“
Arnold: Hat er schön ausgedrückt. Also quasi nach der internationalen Delikatesse in Lissabon, jetzt in Augsburg, im bayrischen Schwaben wieder Hausmannskost. Die soll dann auch schmecken. Aber klar, diese Ochsentour, die zehrt natürlich. Und einen hat es jetzt erwischt, den Leistungsträger Daichi Kamada, der ist krank geworden. Aber der sollte, glaube ich, an diesem Wochenende eh eine Pause kriegen.
Dickhaus: Schauen wir noch auf unseren anderen Erstligisten, auf Mainz 05, die empfangen morgen zu Hause den VfL Wolfsburg. Was ist denn da drin für die Mainzer?
Arnold: Ja, eine ganze Menge. Also, denken wir nur mal zurück ans letzte Heimspiel der Mainzer, dieses tolle 5:0 gegen Köln. Und Trainer Bo Svensson, der hat wieder alle Spieler zurück im Kader, so ziemlich. Da weiß er jetzt eigentlich gar nicht, wen er aufstellen soll. Da steht er quasi vor einem echten Luxusproblem. Oder?
Bo Svensson, Trainer 1. FSV Mainz 05
„Vielleicht habe ich einen Luxus, aber kein Problem. Es ist immer gut, wenn viele Spieler zur Verfügung stehen und das ist auch der Fall bei uns. Dass wir einen vollen Kader zur Verfügung haben ist natürlich positiv, vor allem vor einer englischen Woche. Das gibt uns ein paar Möglichkeiten mehr.“
Arnold: Tja, ein paar Möglichkeiten. Aber ich denke, einer wird sowieso spielen vorne drin, Stürmer Marcus Ingvartsen, der hat ja jetzt in fünf Spielen fünf Tore erzielt. Nur einer hat bei Mainz sechs Mal in sechs Spielen getroffen, Mohamed Zidan. Und den Rekord kann der Ingvartsen morgen einstellen. Da bin ich mal gespannt, ob er es packt.
Dickhaus: Schauen wir noch ganz schnell in Liga zwei, denn da ist ja bald schon Anpfiff am Böllenfalltor in Darmstadt.
Arnold: Ja, genau, um halb sieben geht’s los, Darmstadt als Tabellenführer gegen den Fünften, Hannover 96. Und die kommen mit ganz breiter Brust. Da hat der Trainer schon gesagt: “Wir sind gut drauf, wir wollen die Spitze angreifen”. Und da kommt ein richtiges Brett auf Darmstadt zu. Da hören wir mal, wie Thorsten Lieberknecht reagiert hat gestern.
Torsten Lieberknecht, Trainer SV Darmstadt 98
„Wir sind voller Energie und wir wissen, dass wir dezimiert sind. Wir wissen aber auch, dass wir so in Schuss sind, die Jungs, die auf dem Platz sind, dass wir Vollgas geben können. Und wir haben die Jungs schon gut vorbereitet, dass sie morgen dann um 18:30 Uhr direkt da sind und anfangen dürfen, dieses Brett zu bohren.“
Arnold: Ja, gucken wir mal, wie dick dieses Brett dann wirklich ist. Ich meine, klar, Tabellenführer, 15 Mal nicht verloren, da scheinen die Lilien einen ganz guten Werkzeugkasten beisammen zu haben.
Dickhaus: Und am Samstagabend kommt es dann noch zum Auswärtsspiel des ersten FC Kaiserslautern in Bielefeld. Und Flutlicht-Atmosphäre, das scheinen die roten Teufel ja zu mögen, oder?
Arnold: Ja, klar. Also Flutlicht und FCK, das passt immer zusammen. Ich hoffe mal, dass das Licht auch in Bielefeld hell genug ist, damit die Lauterer auch das Tor mal wieder sehen. Da hat es ja zuletzt in der Chancenverwertung ziemlich gehapert. Und so geht Trainer Dirk Schuster damit um.
Dirk Schuster, Trainer 1. FC Kaiserslautern
„Wir wollen dem gar nicht nachtrauern, sondern wir müssen dran arbeiten. Wir müssen im Training bei Abschlussübungen einfach sehr konzentriert arbeiten, so dass ich dann getreu dem Motto ‚Steter Tropfen höhlt den Stein‘ da auch in absehbarer Zeit Verbesserungen sehen werde und wir das ein oder andere Tor mehr auf der Habenseite dann auch weiter verbuchen können.“
Arnold: Ja, also gucken wir mal, wie es ausgeht morgen Abend. Beim Tabellenletzten müsste ja eigentlich was drin sein. 3000 Lauterer begleiten Ihre Mannschaft auf die Alm. Da drücken wir mal die Daumen.
Dickhaus: Ja, da sind wir gespannt, wie es ausgeht. Und das war er auch schon, dein Fußball-Ausblick fürs Wochenende. Danke, Thorsten.
Arnold: Gerne.